Kellerbrand Benndorf

Die Fassade, Fenster und das Treppenhaus rußverschmiert, der Gemeinschaftskeller ausgebrannt: Die Bewohner des Mehrfamilienhauses in der Benndorfer Friedensstraße wurden am frühen Sonntagmorgen jäh aus dem Schlaf gerissen. Aus bisher ungeklärter Ursache war ein Feuer im Gemeinschaftskeller ausgebrochen. Als Mieter durch knallende Geräusche darauf aufmerksam wurden, war das Treppenhaus bereits stark verqualmt.

„Die Bewohner haben sich zum Glück besonnen verhalten und sind in ihren Wohnungen geblieben“, sagt Gemeindewehrleiter Dennis Amey. Hätten sie das Treppenhaus betreten, wäre das wegen des starken Qualms mit Sicherheit tödlich gewesen.

 

Benndorf: Feuerwehr rettet die Mieter über Steckleiter

Die acht Mieter wurden teilweise per Steckleiter über die Fenster aus ihren Wohnungen gerettet. Vier von ihnen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Eine 20 und eine 41 Jahre alte Frau konnten der Polizei zufolge die Klinik inzwischen wieder verlassen.

Ein 26-Jähriger und eine 94-jährige Rentnerin werden noch im Krankenhaus behandelt. Sonntag kurz nach fünf waren 46 Einsatzkräfte mit acht Fahrzeugen von den freiwilligen Feuerwehren aus Ahlsdorf, Klostermansfeld und Siersleben zum Brandort geeilt. Angefordert wurde auch die Drehleiter der Helftaer Feuerwehr. Fast vier Stunden waren die Helfer in Benndorf vor Ort.

Brand in Mehrfamilienhaus: Ursache noch unklar

Was die Brandursache ist, muss nun ermittelt werden, ebenso die Schadenshöhe. Ein Bewohner hatte laut Polizei geschildert, dass vor dem Feuer das Licht ausgefallen sei. Bekannt ist auch, dass sich ein elektrisches Haushaltsgerät im Keller befand. 

Die Mieter des Hauses können vorerst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren, zumal im Gebäude auch die Energieversorgung abgestellt wurde.

Die meisten von ihnen sind inzwischen bei Verwandten untergekommen. Einem Betroffenen bot der Vermieter – die Benndorfer Wohnungsbaugesellschaft – eine Gästewohnung an.

Die Mieter des Nachbarhauses, das über den Dachboden mit dem Brandhaus verbunden ist, hatten Glück im Unglück. Sie können in ihren Wohnungen bleiben und sind darüber sehr erleichtert. „Ich kann den Einsatzkräften für ihre Hilfe nur danken“, sagte eine Frau am Sonntagvormittag. Der Eingang zum Haus, in dem es gebrannt hat, bleibt dagegen verschlossen. Ein rotweißes Absperrband wurde auch am Eingang zum Keller angebracht. Wenige Meter davon entfernt liegen verbrannte Gegenstände, die die Einsatzkräfte aus dem Keller geholt haben. Darunter befindet sich auch ein verkohltes Fahrrad.

„Wir sagen unseren Mietern regelmäßig, nichts im Gemeinschaftskeller abzustellen“, so Gerhard Blume, Geschäftsführer der Benndorfer Wohnungsbaugesellschaft. Doch leider werden diese Hinweise immer wieder ignoriert, meinte er.

Benndorfs Bürgermeister Mario Zanirato machte sich derweil ein Bild von der Lage. „Es ist immer schlimm für die unmittelbar Betroffenen, wenn so etwas passiert, und nun noch kurz vor Weihnachten.“

Durch das Feuer wurde auch die Technik für eine Gemeinschaftsantenne zum Fernsehempfang beschädigt. Techniker bemühten sich am Sonntagvormittag, die Havarie zu beseitigen.