• Das Osterfeuer in Klostermansfeld wird nächstes Jahr deutlich kleiner ausfallen.
  • Das Gewerbegebiet fällt als Veranstaltungsort aus.
  • Zum Osterfeuer brachten Anwohner haufenweise Grünschnitt mit, doch häufig haben Besucher auch ganz andere Abfälle beim Osterfeuer entsorgt.

Klostermansfeld – Das Verbrennverbot im Landkreis Mansfeld-Südharz bringt die Freiwillige Feuerwehr Klostermansfeld an ihre Grenzen: Zum traditionellen Osterfeuer in den vergangenen Jahren überhäuften die Einwohner die Feuerwehr mit Grünschnitt. „Die Menge wurde immer mehr und lässt sich inzwischen nicht mehr beherrschen“, so Wehrleiter Frank Ochsner. Nun zieht die Feuerwehr die Konsequenzen.

Kein Osterfeuer auf dem Gewerbegebiet

„Wir haben unser Konzept für das Osterfeuer überdacht“, sagt der Feuerwehrchef. Ab nächstes Jahr wird es kein Osterfeuer wie bisher auf dem Gewerbegebiet geben.

Die Klostermansfelder Feuerwehr und der Förderverein wollen ihre Gäste stattdessen am Ostersamstag zum Ostermarkt auf den Gemeindehof einladen. Das Programm sieht ein kleines Konzert mit dem Klostermansfelder Musikverein, Kaffee und Kuchen für alle, einen Laternenumzug vom Schulplatz bis zum Gemeindehof sowie Disco und Tanz vor. Ein Osterfeuer soll zwar nach wie vor entfacht werden – allerdings in deutlich abgespeckter Form. „Wir besorgen uns eine übergroße Feuerschale für den Gemeindehof“, erklärt Ochsner. Das Holz werde ebenfalls von der Feuerwehr bereit gestellt.

„Schamlos ausgenutzt“

Nicht nur die Grünschnitt-Menge, mit der die Feuerwehr zu Ostern konfrontiert wurde, zwingt die Kameraden zu den Veränderungen. Nach den Worten des Feuerwehrchefs wurde das Angebot sehr oft „schamlos ausgenutzt.“

Denn nicht nur Gartenabfälle landeten Ochsner zufolge auf dem Festgelände. Manche Leute hätten auch Sperrmüll, Plastik, Autoreifen und Eisen in Größenordnungen entsorgt.

Die Feuerwehr musste diesen Unrat jedes Mal aussortieren und zu den Wertstoffhöfen bringen. Oftmals hielten sich Einwohner auch nicht an die Vorgabe, nur Grünschnitt ohne Wurzeln abzugeben.

Weniger Rauchbelästigung

Die Technik, mit der die Feuerwehr den Grünschnitt für das Osterfeuer zu einem Berg zusammenschob, litt unter dem verbotenerweise abgelegten Unrat.

So platzten beispielsweise die Reifen des Radladers durch herumliegende Eisenteile. Die Reparaturkosten beliefen sich auf rund 1.000 Euro. Ochsner: „Solche zusätzlichen Ausgaben können wir uns finanziell nicht leisten.“

Mit dem neuen Veranstaltungskonzept für das Osterfeuer will die Feuerwehr außerdem die Rauchbelästigung einschränken. In der Vergangenheit hatten sich Anwohner über den Qualm beschwert. Durch die Größe des Grünschnittberges, so Ochsner, hätte das Feuer oft noch drei bis vier Tage nachgebrannt.

 

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

Link: https://www.mz-web.de/hettstedt/tradition-auf-dem-pruefstand–welche-folgen-hat-das-verbrennverbot-fuer-das-osterfeuer—33360746