Klostermansfeld/MZ –

„Welche Nummer müsst ihr bei einem Notruf wählen?“ Christin Dohndorf braucht nicht lange warten. Gleich mehrere Kinder rufen spontan: „Die 112“. Für die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ an der Klostermansfelder Grundschule war diese Antwort der Beweis, dass ihre quirligen Schützlinge bei den zurückliegenden Treffen genau zugehört haben.

„Das ist wichtig, dass ihr euch das merkt. So könnt ihr zum Lebensretter werden“, erklärt die 30-Jährige. Und sie hat für Grundschüler gleich ein Beispiel parat. Sie erzählt von einem kleinen Jungen aus Norddeutschland, der kürzlich unter der Notrufnummer 112 Hilfe rief, als er seine Mutter bewusstlos in der Wohnung fand. Dank seiner umsichtigen Reaktion konnte der unterzuckerten Diabetikerin noch rechtzeitig geholfen werden.

Dohndorf ist Jugendwartin bei der ortsansässigen Feuerwehr und engagiert sich seit insgesamt 20 Jahren ehrenamtlich in Sachen Brandschutz. Da lag es nahe, dass sie die Leitung der neuen Arbeitsgemeinschaft an der Klostermansfelder übernimmt, als die Feuerwehr noch mehr für die Nachwuchsgewinnung unternehmen wollte. Der langjährige Wehrleiter Frank Ochsner fand beispielsweise als Kind auch über  eine solche Arbeitsgemeinschaft den Weg zur Feuerwehr.

Ein Zufall ist es wohl auch nicht, dass Dohndorf eng mit der Feuerwehr verbunden ist. „Das liegt bei uns in der Familie, mein Opa war in der Feuerwehr und mein Vater ist noch dabei.“ Für Dohndorf gehört das Ehrenamt zu ihrem Leben:“ Wenn ich mal krank bin, ärgere ich mich, dass ich nicht zum Dienst kommen kann.“

Dohndorf kümmert sich nicht allein um die Ausbildung junger Feuerwehrleute in Klostermansfeld. Ein sechsköpfiges Betreuerteam unter der Leitung von Oliver Baumann teilt sich die Arbeit. Das wäre sonst auch gar nicht zu schaffen. Denn neben der Arbeitsgemeinschaft mit ihren 13 Mitgliedern gibt es noch 23 Mitglieder in der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Diese konzentrierte Nachwuchsarbeit zahlt sich aus und macht sich bemerkbar. In der Klostermansfelder Feuerwehr sind 41 Frauen und Männer im aktiven Dienst. Ihr Altersdurchschnitt liegt bei 32 Jahren.

Dohndorf kann sich gut vorstellen, dass dort eines Tages noch weitere Interessenten aus der Klostermansfelder Grundschule begrüßt werden können. Zwei Schüler, die die Arbeitsgemeinschaft besuchen, sind bereit jetzt Mitglied in der Kinderfeuerwehr.

Und wie sieht mit dem Feuerwehrnachwuchs in der eigenen Familie aus? Dohndorf sechsjährige Tochter geht zwar gern mit zur Feuerwehr. Aber konkrete Ambitionen, in der Feuerwehr aktiv zu sein,  hat sie noch nicht. Ihre Mutter akzeptiert es. „Das ist nicht schlimm“, sagt sie. Zum Mitmachen werde niemand gezwungen, auch nicht die Tochter.

Feuerwehrfrau Dohndorf, die im Wirtschaftshof der Gemeinde angestellt ist, möchte ihr Wissen möglichst anschaulich weitergeben. So brachte sie auch schon ein Rauch-Demohaus in die Grundschule mit. Die Mädchen und Jungen konnten gebannt zuschauen, wie rasant sich der Rauch in den Räumen und Etagen des Mini-Hauses ausbreitete.

Christin Dohndorf

Jugendwartin der Feuerwehr Klostermansfeld

-MZ Bericht-